Fehlerhafte Anschlüsse der inneren Fensterabdichtung gehören zu den häufigsten Ausführungsmängeln bei der Fenstermontage. Wird die innere Abdichtung nicht luftdicht sowie dauerhaft an Fensterrahmen und Baukörper angeschlossen, kann warme und feuchte Raumluft in die Anschlussfuge eindringen. Dort besteht insbesondere in der kalten Jahreszeit die Gefahr von Tauwasserbildung, Feuchteschäden und Schimmel.

Der folgende anonymisierte Praxisfall zeigt typische Ausführungsfehler, deren technische Folgen und die wesentlichen Grundlagen einer sachverständigen Bewertung.

Aufgabe der inneren Abdichtung

Die innere Abdichtung der Fensteranschlussfuge hat die Aufgabe, den Eintritt warmer und feuchter Raumluft in die Fuge zu verhindern. Sie muss deshalb über den gesamten Anschlussbereich luftdicht und dauerhaft mit dem Fensterrahmen sowie dem angrenzenden Baukörper verbunden sein. Maßgeblich ist dabei nicht allein das Vorhandensein eines Dichtbandes oder einer Folie, sondern deren fachgerechter, lückenloser und dauerhaft haftender Anschluss.

Typische Ausführungsfehler

Typische Ausführungsfehler entstehen insbesondere durch unterbrochene, zu kurze oder nicht ausreichend verklebte Dichtfolien. Häufig fehlt die erforderliche Haftung auf staubigen, feuchten oder unebenen Untergründen. Ebenfalls problematisch sind Falten, offene Stoßstellen, nicht abgedichtete Ecken sowie Durchdringungen durch Befestigungsmittel. Auch ein lediglich punktuelles Verkleben oder das nachträgliche Überdecken von Fehlstellen stellt keinen dauerhaft luftdichten Anschluss sicher.

  • fehlende oder unterbrochene innere Abdichtung
  • nicht ausreichend angedrückte oder abgelöste Dichtfolien
  • Verklebung auf ungeeigneten, verschmutzten oder feuchten Untergründen
  • offene Ecken, Stöße und Übergänge
  • zu kurze Folienanschlüsse
  • Faltenbildung und Hohlstellen
  • nicht abgedichtete Befestigungen oder Durchdringungen
  • fehlende Anbindung an Fensterrahmen oder Baukörper

Mögliche technische Folgen

Gelangt warme und feuchte Raumluft in die Anschlussfuge, kann sie dort an kälteren Bauteiloberflächen abkühlen. Wird dabei der Taupunkt unterschritten, fällt Feuchtigkeit innerhalb der Fuge aus. Die Folgen sind nicht immer sofort sichtbar, können sich jedoch über längere Zeit erheblich entwickeln.

  • Durchfeuchtung der Anschlussfuge
  • Tauwasserbildung
  • Schimmelpilzwachstum
  • Beeinträchtigung angrenzender Putz- und Ausbauflächen
  • Verminderung der Wärmedämmwirkung
  • Geruchsbildung
  • langfristige Schädigung angrenzender Baustoffe

Sachverständige Bewertung

Bei der sachverständigen Bewertung ist nicht allein zu prüfen, ob eine Folie oder ein Dichtband vorhanden ist. Entscheidend ist, ob der innere Anschluss über den gesamten Umfang dauerhaft luftdicht ausgeführt wurde und mit Fensterrahmen und Baukörper sicher verbunden ist.

Zu bewerten sind insbesondere die Untergrundbeschaffenheit, die Haftung der Verklebung, die Ausbildung der Ecken und Stöße, vorhandene Unterbrechungen sowie die Dauerhaftigkeit des Anschlusses. Je nach Einzelfall können eine Sichtprüfung, Luftdichtheitsmessungen, Rauchprüfungen, thermografische Untersuchungen oder gezielte Öffnungen des Anschlussbereichs erforderlich sein.

Fazit

Eine vorhandene Folie allein stellt noch keine fachgerechte innere Fensterabdichtung dar. Erst ein lückenloser, dauerhaft haftender und luftdichter Anschluss an Fensterrahmen und Baukörper erfüllt seine technische Funktion. Fehler in diesem Bereich können zu Tauwasser, Feuchteschäden und Schimmel führen und sollten fachlich bewertet werden.

Hinweis: Der dargestellte Beitrag beschreibt einen anonymisierten typischen Praxisfall und ersetzt keine Begutachtung des konkreten Einzelfalls.


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